Ole Sieck

Du schützt also die Robben! Im Buch verdächtigen die drei !!! eine Seehundjägerin, den Tieren zu schaden. Wie häufig kommt es zu diesem Missverständnis?

Häufig, doch wenn ich die Leute über meine ehrenamtliche Arbeit aufkläre, dann verstehen sie es und sehen es als positiv an.

Wie oft findest du Seehunde?

In meinem Zuständigkeitsbereich finde ich 40 bis 50 Tiere in einem Jahr.


… am Strand der Nordseeinsel entdecken die drei !!! eine Blutlache!
Sie verfolgen ein davon rasendes Auto und es stellt sich heraus, dass es einer Seehundjägerin gehört …

Viel Spaß beim Lesen!

Interview mit Seehundjäger

Ole Sieck

Du bist ein sogenannter ehrenamtlicher Seehundjäger. Was genau machst du als Seehundjäger?

Ich werde gerufen, wenn Seehunde oder Kegelrobben lebendig oder tot an Land (Strand oder Deich) kommen.

Ich schaue mir die Tiere an, ob sie sich am Auffindeort einfach nur ausruhen oder Hilfe benötigen. Wenn sie sich ausruhen, dann lassen wir den Tieren einen Sicherheitsbereich und beobachten sie.

Bei hilfsbedürftigen Seehunden, wie z.B. verwaisten oder verletzten Tieren, versuche ich diese immer einzufangen, um sie dann besser beurteilen zu können. Wenn sie transportfähig sind und gute Chancen auf Genesung haben, werden sie sofort in die Aufzuchtstation nach Friedrichskoog verbracht.

Wenn sie bereits zu schwer geschwächt bzw. erkrankt sind, muss ich sie leider von ihrem Leid erlösen. Die toten Seehunde, die ich finde, vermesse, wiege und beurteile ich. Die Daten werden dann für Statistiken im ganzen Land genutzt.

Warum und wie bist du Seehundjäger geworden?

1998 habe ich eine Jägerprüfung abgelegt, aus Interesse an der Natur und Wildtieren.

2010 wurde ich von einem alten, erfahrenen Seehundjäger auf meiner Heimatinsel Föhr angesprochen, ob ich nicht seine Nachfolge antreten möchte. Nachdem ich mir die Arbeit zwei Jahre angeschaut und zusätzlich einen Lehrgang zum Jagdaufseher absolviert habe, wurde ich als Nachfolger von der Nationalparkverwaltung/-amt Schleswig-Holstein eingesetzt.

Was gibt es im Umgang mit Seehunden und Heulern zu beachten?

Es sind Wildtiere bzw. Raubtiere, weswegen Menschen und Tiere (z.B. Hunde) immer Abstand halten sollten. Sie können stark beißen und dadurch auch Krankheiten auf Menschen und Tiere übertragen. Meint man, dass ein Tier kein Fluchtverhalten zeigt oder sichtbare Verletzungen aufweist, dann sollte man immer einen zuständigen Seehundjäger benachrichtigen. Die Kontakte findet man bei den Kurverwaltungen, in Strandaushängen oder über die Polizei.

Vielen Dank Ole Sieck für das Interview.